Welche Hilfe gibt es bei Legasthenie?

Legasthenie oder ein Lese-Rechtschreibstörung hat nichts mit der Intelligenz zu tun - auch, wenn es häufig damit in Verbindung gebracht wird. Betroffene Kinder brauchen vor allem eins: Unterstützung von Bezugspersonen und pädagogischen Fachkräften, die mit den spezifischen Teilleistungsstörungen umgehen können. Hilfe bei Legasthenie beginnt in der Familie und muss in das Klassenzimmer übergreifen.

Hilfe bei Legasthenie - ist mein Kind betroffen?
In den ersten beiden Volksschuljahren liegt der Schwerpunkt ganz klar auf dem Erlernen der Buchstaben und der Schriftsprache. Das ist ein komplexer Vorgang, der den einen Kindern leichter fällt, die anderen brauchen länger - aus diesem Grund gibt es auch einen langen Zeitraum, der für das Erlernen und Festigen zur Verfügung steht. Dass Kinder zu Beginn verwechseln, spiegelverkehrt schreiben und viel Übung benötigen, ist ein normaler Entwicklungsprozess. Und dann gibt es Kinder, die auch Jahre nach dem Schreiben lernen noch ihre Schwierigkeiten mit den Buchstaben haben, diese immer verwechseln oder spiegelverkehrt schreiben und nicht sinnerfassend Lesen können. Spätestens in der höheren Schule treten diese Schwächen stärker auf und verhindern einen Schulerfolg in allen Bereichen - denn Lesen und Schreiben sind Kernkompetenzen in allen Fächern.

Die erste Frage, die sich Eltern stellen: Was haben wir falsch gemacht?
Und so viel kann gesagt sein. Nichts. 5-6% aller Kinder sind von Legasthenie betroffen. Sie sind nicht weniger intelligent oder weniger begabt, sondern sie benötigen mehr Unterstützung und können dafür in anderen Fächern sehr gut sein. Hilfe bei Legasthenie bedeutet auch, dem Kind genau das zu erklären: Es ist gut, so wie es ist.
Wichtig ist nun im ersten Schritt eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrern und Fachpersonen. Vielleicht gibt es auch Förderkurse an der Schule, die das Kind in Anspruch nehmen kann oder Eltern wenden sich gleich an einen Legasthenietrainer. Dieser kann auch spezielle Tests durchführen, die in der Schule als Attest vorgelegt werden können. Damit kommt es zu Erleichterungen in der Schule, etwa bei Schularbeiten: Die Benotung erfolgt unter Berücksichtigung der Legasthenie und bringt damit wieder bessere Noten - das stärkt auch gleich das Selbstwertgefühl des Kindes.

Das hilft wirklich
Legasthenie muss anders behandelt werden als eine Schwäche in Mathematik. Es genügt einfach nicht, die Buchstaben und Wörter immer wieder zu wiederholen, der Ansatz muss ein anderer sein. Genau dazu sollten Legasthenietrainer aufgesucht werden, die die Legasthenie an der Wurzel packen und sich auf das fokussierte Training der Teilleistungsschwächen konzentrieren. Eine langfristige Therapie ist der beste Weg, um im Fall von Legasthenie Hilfe anzubieten und eine Erleichterung zu bringen. Entscheidend ist auch, den Druck in der Schule rauszunehmen, denn der Leidensweg ist oft schon ein langer (und nicht selten verbunden mit Hänseleien und Ärgernissen anderer Kinder).
Neben einer gezielten Therapie können auch spielerische Angebote den Umgang mit den Teilleistungsschwächen erleichtern und die Konzentration fördern: Brettspiele etwa unterstützen dabei, aber auch einzelne Computerspiele steigern den Fokus.

Weitere Informationen kann auf Seiten wie, von VISUALIS® Methode Ursula Rackur-Bastian, nachgelesen werden.

 

Teilen